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Das Projekt:

Pferde mit ganz verschiedenen Geschichten; Kommunikation durch Körpersprache, Hilfsmittel nur wenn die Sicherheit es nötig macht, aber nie fürs Training. 

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Das Ziel:

Herauszufinden, wie weit kann man die Reitkunst entwickeln kann, wenn man ausschließlich Körpersprache benutzt.

Alles über Arion, den zweiten Hengst

Diese Woche war super viel los, denn es war an der Zeit unseren zweiten Hengst für den Dreh von „Taming Wild: Evolution“ abzuholen. Am Dienstag fuhren Kevin und ich 18 Stunden durch wunderschöne Landschaften bis nach Nevada und Mittwoch Nacht mit Arion sofort wieder zurück, so dass wir Donnerstag zu Hause ankamen.

Als wir an den Korrals ankamen wartete Ari bereits auf uns in einem kleinen Korral neben der Verladeschleuse. Während wir ein paar Minuten mit dem Brand -Inspektor verbrachten, um den notwendigen Papierkram zu erledigen, fiel mir auf, das Ari ruhig und angekommen zu sein schien, so als ob der kleine Korral, indem er war, ganz ihm gehören würde. Vielleicht hat er sich gefangen gefühlt, aber er hat sich nicht so verhalten.

Er schritt durch den Verlade-Gang in den Trailer mit mehr Rhythmus und Selbstbewusstsein als jeder andere Mustang den ich je verladen habe. Und dann starteten wir die lange Reise ganz unaufgeregt, ohne Pauken und Trompeten.

 

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Immer wenn ich einen wilden Mustang nach Hause bringe, fühle ich sehr mit ihnen. Sie sind so vielen neuen und aufregenden Erfahrungen ausgesetzt, der Anhänger wackelt und sie müssen ihre Balance finden, LKWs fahren dicht vorbei, Scheinwerfer blitzen rund um sie auf. Ari hat all dieses Reise-Chaos mit ungewöhnlich ruhigem Interesse an Allem angenommen. Während ich fuhr, konnte ich spüren, wie er von einer Seite des Anhängers zur anderen wechselte um die Welt zu sehen, mit überraschend wenig schnellen, hastigen Bewegungen.

Das tolle an Mustangs ist ihre Anpassungsfähigkeit. Wenn Mustangs aufwachsen sind sie in Begleitung ihrer Familie immer unterwegs und begegnen täglich neuen Dingen. Der Weg in ein domestiziertes Leben erscheint vielleicht schockierend, ein normaler Mustang ist aber sehr gut darauf vorbereitet sich anzupassen.

Ari ist aus einem Herden-Management Bezirk in Nevada, der als Eagle HMA bekannt ist, und um ein wenig Gefühl für seine Anpassungsfähigkeit zu geben, hier eine kurze Beschreibung, woher er genau kommt.

Das 267.000 Hektar große Eagle HMA besteht aus einer Vielfalt von Bergen und Tälern. Höhenunterschiede gehen von 5.673 Fuß/ 1.729m bis hinauf auf den 9.296 Fuß / 2.833m großen Mount Wilson. Das Eagle HMA bietet ein großes Einzugsgebiet, das sich durch Extreme jeder Art besonders auszeichnet. Im Sommer gehen die Temperaturen hoch bis zu 38 Grad, im Winter werden Temperaturen bis minus 20 Grad erreicht. Niederschlag im Osten Nevadas gibt es nur in Form von Schnee und im Sommer wenig Niederschlag. Dadurch ist Wasser knapp und das HMA alle paar Jahre Dürre gefährdet. Im Gebiet leben Maultierhirsche, Elche, Berglöwen, Kojoten und Luchse. Außerdem leben dort Präriefalken, Raben, Wachteln, Stare und Lerchen. Es gibt auch einige Reptilien, wie Eidechsen, Klapper- und andere Giftschlangen sowie ungiftige Schlangen.

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Im Vergleich zu seinen ersten acht Lebensjahren ist Ari jetzt in einem grünen Paradies gelandet. Er hat noch keine Ahnung, wie viel einfacher der kommende Winter für ihn sein wird.

Und ich, ich habe große Pläne, Ziele und Träume für Ari und mich. Wenn ich ihm zusehe, wie er seinen neuen Paddock für sich gewinnt, bin ich dankbar, dankbar für seine Geschichte und wo er herkommt.

 

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Ich werde eine Menge Anpassungsfähigkeit von diesem Pferd verlangen, da er mit mir im Leben eines domestizierten Pferdes ankommt. Und er zeigt, dass er bereit ist für diese Herausforderung.

 

Im Moment sind Atlas und Ari noch in unterschiedlichen Paddocks. Sie können sich sehen, aber noch nicht berühren. Atlas tut noch so, als wäre er das einzige Pferd auf dem Gelände, und Ari beobachtet Atlas still und leise vom Hügel aus. Sobald Ari die Möglichkeit hatte sich auszuruhen und in seinem neuen zuhause anzukommen, werde ich die beiden zusammenlassen, um ihnen ein normales, soziales Pferdeleben zu geben. Ich habe noch keine Ahnung wie das mit diesen beiden Hengsten aussehen wird, aber ich freue mich darauf, zu beobachten, wie sich alles entwickeln wird.

Und bis dahin bekommt jeder der beiden mich als Gefährten, so viel von jedem Tag, wie ich geben kann.

 

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Freedom Based Training® ist ruhige Arbeit, gemeinsam Zeit verbringen und sich einen Schritt nach dem anderen kennenlernen.  Es gibt jede Menge Details, die Freedom Based Training® ausmachen und ich bin mir sicher, diese beiden Hengste werden mir noch mehr Details beibringen, um diese Arbeit noch zu verbessern.

 

Du bist neugierig auf diese Details? Dann werde Teil der Community, sieh wöchentliche Videos und nimm teil an Diskussionsrunden auf

https://www.patreon.com/tamingwild

 

Sobald Ari und ich uns von der Reise in den Norden erholt haben, wird es viele spannende neue Entwicklungen geben.

 

Hufe und Herzschläge,

Elsa

TamingWild.com

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Das Projekt:

Pferde mit ganz verschiedenen Geschichten; Kommunikation durch Körpersprache, Hilfsmittel nur wenn die Sicherheit es nötig macht, aber nie fürs Training. 

Das Ziel:

Herauszufinden, wie weit kann man die Reitkunst entwickeln kann, wenn man ausschließlich Körpersprache benutzt.

 

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Atemzüge zählen

Maul um Maul reißt Atlas ohne Unterlass Heu aus dem Heunetz. Er  hat verstanden dass das Futter hier in seinem neuen Heim gut ist. Die hervorstehenden Rippen und Hüftknochen sehen schon weicher aus und seine Muskeln nehmen neue Formen an.

Diesen Dinge schenke ich Beachtung, wie ich auch den Raben beobachte, der über uns fliegt. Ich bemerke die Rehe, die rechts von uns über das Feld ziehen und die Insekten, sie in scheinbar endlosen sinnlosen Kreisen durch die Luft fliegen. Ich bemerke, wie die Blätter der Eiche anfangen, ihre Farben zu ändern und sehe dass der tote Ast der Kirschbaums entfernt werden sollte.

Diese Woche hatte ich viel Zeit all diese Dinge zu bemerken, während Atlas seine Nase tief im Heunetz versenkt und frisst, als ob es seine letzte Mahlzeit sei.

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Einerseits ist es gut dass er frisst. Er muss zunehmen, bevor das Wetter kalt und unfreundlich wird. Andererseits ist dies eine Level von Besessenheit, das ich gerne ein bisschen abschwächen würde und dabei kann ich ihm als sein Anführer helfen.

In den ersten Tagen hatte er immer direkt grosse Angst, wenn ich mich zu viel bewegte, und lief schnaubend herum. Deshalb musste ich so viele wie nötig Stunden in rein passive Führung investieren. Das heißt, dass ich mich so wenig wie möglich bewegte und gute Entscheidungen traf, wenn ich mich bewegte und wie lange ich still stehen blieb.

Mit dem Anbruch der zweiten Woche, fing Atlas an, sich manchmal nicht mehr für meine Anwesenheit zu interessieren und mich weder anzusehen noch von mir wegzusehen, sondern sich total auf das Heu vor ihm zu konzentrieren, als sei ich gar nicht da. Das war genau der nächste Schritt, den ich mir erhofft hatte, damit ich die mit unterstützender Führung beginnen konnte.

An diesem Punkt heisst unterstützende Führung dass ich mich mehr bewege, als Atlas es tut. Ich kann den Padock abäppeln, Bäume beschneiden, spazieren gehen oder Dehnübungen machen. Sobald ich sehe, dass er einen Fokuswechsel macht den ich mag (was an diesem Punkt so ziemlich alle Arten von Fokuswechseln sind), gehe ich wieder in Flow und Harmonie über, indem ich mich ihm so gut wie möglich anpasse. So hat er die Macht uns als Partner zusammenzubringen und er lernt, wie er diese Macht benutzen kann.

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Wenn Atlas sich die Zeit nimmt, kurz von seinem Heu aufzuschauen, seinen Fokus also ändert bevor er den nächsten Bissen Heu herauszupft, dann bringt seine Handlung mich wieder in Flow mit ihm, meine Beine in die gleiche Stellung wie seine, meine Körper genauso still wie seiner, und meinen Fokus ergänzt seinen indem ich nach Gefahr ausschau halte, während er verletzlich ist, weil er frisst. Dieses Gefühl des Zusammenseins hat Atlas über die letzte Woche gelernt zu geniessen. Jetzt lernt er, dass er mich mittels etwas so einfachem wie einer Fokusänderung darum bitten kann, wieder in den Flow der Partnerschaft zu gehen.

Jedes Yin muss sein Yang haben und alles was man gern hat muss als Kontrast etwas haben, was man nicht so gern mag. Deshalb haben wir im auf der einen Seite passive Führung mit viel Flow und so wenig Bewegung wie möglich und auf der anderen Seite unterstützende Führung, die aus Bewegung und Veränderung besteht. Es geht dabei noch nicht um eine direkte Aufforderung an Atlas irgendetwas anderes zu tun, sondern nur um eine einfach Abfolge von Handlungen, die Atlas erlauben zu verstehen, dass er mich so oft und wann er will um Flow und passive Führung bitten kann indem er eine Fokusänderung macht.

Am Anfang dieses Prozesses war es sehr einfach den Paddock abzuäppeln, weil Atlas sich ganz aufs Essen konzentrierte und ich mit der Mistgabel hin und herlaufen konnte, um alle seine Pferdeäpfel auf den einen Haufen zu legen, von dem ich hoffe, dass er ihn am meissten benutzen wird.

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Dann begann Atlas zu verstehen dass er die Macht hatte, mich zu bitten still zu stehen und er fing an, diese Macht zu nutzen. Und dann schien es, als ob er lernte zu zählen!  Ich hatte beschlossen, dass acht Atemzüge die richtige Zeitspanne für Harmonie mit Atlas sei, während er sich ganz auf sein Heu fixierte. Wenn ich bis acht kam und er immer noch frass und nicht aufgesehen hatte und irgendetwas anderes wahrgenommen hatte, dann konnte ich zu meiner Aufgabe zurück. Wenn er eine Fokusänderung machte, ging ich einen letzten Schritt und begab mich dann wieder in Flow mit ihm. Das funktionierte gut, bis Atlas lernte, dass er mich schön still in passiver Führung halten konnte, wenn er beim siebten Atemzug einmal aufblickte und sich umsah.

 

Nachdem Atlas dies gelernt hatte, brauchte ich fast zwei Stunden um den Paddock abzuäppeln, statt der fünf Minuten, die es eigentlich dauern würde. Für zehn bis fünfzehn Minuten am Stück schaffte Atlas es, sich zu erinnern und alle sieben Atemzüge aufzublicken, um mich an der Stelle zu halten. Dann vergass er es und widmete sich so sehr seinem Heu, dass ich ein bisschen von meiner Arbeit getan bekam bevor er mich wieder bat, in den Flow zurückzukommen.

 

Einerseits bin ich begeistert dass er dieses System ausgeknobelt hat und dass er mich auf solch positive Weise um etwas bitten kann. Andererseits war es wirklich auch frustrierend, wie lange ich für eine einfache Aufgabe brauchte.

Es wird natürlich nicht immer so bleiben. Später habe ich dann vielleicht ein sechs oder vier Atemzuglimit, wie lange ich still stehen bleibe, solange er hyperfixiert sein Heu frisst, oder ich verlange zwei oder drei oder vier Fokusänderungen, um mich zurück in Harmonie zu begeben. Für den Moment ist es mir aber wichtig, dass ich das Spiel einfach halte, so dass Atlas die Regeln verstehen lernt.

Es geht darum, Atlas dazu zu bringen, dass er auf denkende Weise mit mir kommuniziert.

Wenn Pferde eine sehr gestresste Vergangenheit hinter sich haben und wissen wie sie mit Kampf oder Flucht kommunizieren, ist es zwar wichtig, dass wir ihnen zuhören, aber wir sollten diese Art von Kommunikation nicht unterstützen und fördern. Die denkende Art von Kommunikation sollten wir fördern.

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Bevor ich Atlas um irgendetwas bitte, muss er wissen, dass er mich um das bitten kann, was er braucht auf eine Art, die für uns beide gut ist.

Wenn wir alle Hilfsmittel wegnehmen, die Druck aufbauen oder direkt Belohnen, dann können wir Kampf oder Flucht nicht mehr händeln. Im Freedom Based Training® ist der einzige Weg die denkende Art der Kommunikation zu stärken, bis diese so normal und gewöhnlich für das Pferd ist, dass Kampf oder Flucht keine guten Optionen mehr sind.

Diese Woche hatte ich das Gefühl, dass ich sehr gute Fortschritte in diesem Prozess machten und ich hatte unsere Wohlfühlentfernung auf eine halbe Pferdelänge heruntergearbeitet. Ich konnte schon fast das Gefühl von Atlas’ Fell in meinen Fingern spüren und dachte mir, dass das Anfassen in ein paar Tagen möglich sein würde.

Dann gab es einen Vorfall mit dem Komposteimer, der meine Meinung änderte.

Ich stand ziemlich weit entfernt, bewachte die Umgebung, während Atlas neben dem großen grünen Komposteimer in seinem Paddock döste. Er drehte sich um, so dass ich beschloss einen großen Halbkreis um ihn herum zu gehen, damit ich den letzten Schritt gehen und dann wieder in Flow gehen könnte. Nur dass Atlas die Entfernung zum Plastikeimer falsch einschätzte und ihn ganz leicht mit seinem Bein streifte, während er sich umdrehte. Es war schockierend, wie schnell es von verschlafenem Rumdrehen zu einem schnellen Tritt mit dem Hitnerhut, der die Seite des Eimers durchbrach, kam. Das laute Geräusch des brechenden Plastiks brachte Atlas zum Schnauben und in einen Trabkreis, der genau neben dem zertretenen Eimer endete. Er hatte anscheinend keine Angst vor dem Eimer, sondern nur vor dem Geräusch dass dieser beim Zerbrechen gemacht hatte und sobald das Geräusch vorbei war, konnte er wieder entspannen.

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Während Atlas wieder döste, begann ich wieder die Umgebung zu sondieren, aber jetzt mit einem neu erwachten Respekt davor Atlas anzufassen. Ich werde das Loch im Komposteimer als Warnzeichen sehen und Atlas’ Körper nicht so bald beiläufig streichen.

 

Wenn es an der Zeit ist, dass wir uns berühren, dann muss er dazu ganz wach sein und sich bewusst sein, was passiert und mir zeigen, dass er bereit ist.

Für den Moment werde ich weiter meine Atemzüge zählen und die Welt um mich herum betrachten während Atlas sich an unsere neue Partnerschaft gewöhnt. Die Dinge geschehen, wenn sie geschehen sollen. Zur Zeit ist er bereit, diese Übergänge von passiver Führung zu unterstützender Führung zu erkunden und ich werde einfach zuverlässig zeigen, dass ich dieses Spiel so lange spielen kann, wie er es braucht.

Irgendwann wird er bereit sein für den nächsten Schritt und es wird natürlich und einfach sein, weil ich nicht zu früh zu viel verlangt habe.

Zähle meine Atemzüge, beobachte die Umgebung, und antworte, antworte, antworte. So baue ich an der Basis für alles in unserer Zukunft.

Ich teile gerne mit allen, die neugierig sind auf alle kleinen Bausteine, die ich in dieser Beziehung aneinanderreihe, meine Reise mit Atlas.

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Jeden Freitag, solange dieses Projekt dauert, werde ich ein Video mit unseren Fortschritten auf Patreon veröffentlichen:

https://www.patreon.com/tamingwild

Der Termin steht noch nicht ganz fest, aber wahrscheinlich gehen wir in den nächsten zehn Tagen den Mustanghengst abholen, der mich und Atlas auf dieser Reise begleiten wird. Ich bin so neugierig zu sehen, wer sich aus der Menge hervorhebt und mit mir nach hause kommt um uns allen im kommenden Jahr so viel neues beizubringen!

Hufe und Herzschläge,

Elsa

Taming Wild.com